Samstag, 10. Dezember 2016

Im Literaten-Café *** Die Zukunft und die Gegenwart


Die Zukunft und die Gegenwart

Die Globalisierung hat alle Nationen mehr oder weniger miteinanderverbunden. Deutschland ist bereits zu einem nicht gewollten Schmelztiegel in Europa mutiert. Kürzlich strömten eine Million Menschen aus dem Orient hinzu. Eine ebenfalls so nicht vorgesehene Durchmischung unserer Bevölkerung die auf Anordnung der deutschen Bundeskanzlerin mit den Worten „wir schaffen das“ begann. 



Die Politik in Europa ist ratlos angesichts einer solchen schnellen Durchmischung nationaler Identitäten. Großbritannien hat bereits seine Reißleine gezogen und will sich systematisch gegen eine solche Überfremdung abschotten – und tritt aus dem Völkerbunde „Europa“ aus. Die USA sind dabei gleiches zu versuchen. Ist das ein Weg in die Zukunft? 

Das „Fremde“, bestehend aus uns unbekannten Wertemodellen und Religionsströmungen, macht den Europäern Angst. Viel von dem Gefühl „Angst“ kann in Aggressionen umschlagen. Viele Aggressionen können zu verstärkten Rechtspopulismus führen.

Sollte die Bevölkerung um der Zukunft willen auf diese Propheten des rechten Populismus hören der uns da sagen will das Überfremdung nicht gut wäre und denen sonst keine Argumente hierzu einfallen? Seien wir alle ehrlich zu uns selbst – solche Thesen sitzen wenn sie in die Tore unserer Gehirne ungefiltert einfallen können. In den USA haben sich im Verlaufe der aktuellen Präsidentenwahl zwei Lager gebildet die sich relativ unversöhnlich gegenüber stehen. 

Einerseits die weltoffenen Bürger, die eine offene Wirtschaftspolitik wünschen und ebenfalls offene Beziehungen zu andern Nationen. Auf der anderen Seite das Lager das die Grenzen und die Wirtschaftsaktivitäten abschotten möchte. Das mündet in dem Wunsch eine hohe unüberwindbare Mauer zu Mexiko bauen zu wollen, als Synonym gegen Überfremdung durch Einwanderer. In Europa haben sich in einigen Ländern ebensolche ideologisch geformten Blöcke gebildet die sich unversöhnlich gegenüber stehen.

Das Erfolgsmodells der Evolution, die Gattung „Homo Sapiens“,  lässt die vor aufgeführten Bedenken neuer rechts gerichteter Blöcke für die Abschottung nationaler Räume gegen Überfremdung  als fragwürdig erscheinen. Die Evolution denkt in größeren Strukturen. 

Die Geschichte lehrt uns das regelmäßig eine Durchmischung der Nationen stattfand, ob durch Völkerwanderungen oder durch Eroberungs- und Raubzüge unserer Vorfahren. Im analogen Kreise der regelmäßigen sexuellen Reproduktion von uns selbst herrschen klare Regeln. Dort wird nach wie vor eine möglichst offene Durchmischung mit fremdem Genmaterial gefordert. 

Jeglicher Inzest führt letztlich nicht zur Stärkung einer Gruppe sondern zu Anfälligkeit für Erkrankungen – und exakter formuliert: „Zu einer steigenden Unfähigkeit der Organismen mit Angriffen von Parasiten, Bakterien und Viren umgehen zu können, verbunden mit ansteigender Unfähigkeit der erfolgreichen Pflege des eigenen Genmaterials“.



Nicht nur die europäische Nation wird durch die Nahostkriege überfremdet – auch die dortigen Bevölkerungen werden bei abflauen dieser Kriege durch internationale Hilfe automatisch überfremdet werden. Im Nahen Osten, in der Türkei, in Afrika und vielen anderen Nationen existieren harte Religionen mit extremen totalitären Ideologien. Die Politik dieser Nationen wird von deren Religion bestimmt. 

Es gibt nur eine einzige Alternative zum Abbau solcher feindlichen Ideologien: „Die systematische Durchmischung der Weltbevölkerung mit den Gedanken aus freien Nationen mit feien Weltbildern und Gesetzen die Menschen frei aufwachsen lassen“. In diesem Sinne sollte Rechtspopulismus auf seine „Menschenverträglichkeit“ hin untersucht werden. Im Hinblick auf eine gesunde und humane Gesellschaft ist die Durchmischung derselben mit Menschen aus anderen Nationen wünschenswert - und nicht nur tolerierbar. 

Wir mischen indirekt auch die Nationen auf aus denen diese Menschen, egal aus welchen Gründen, zu uns geflüchtet sind. Durch die Integration anderer Kulturen in unsere eigene liefern wir demzufolge auch eine „Medizin“ zur Gesundung menschenunwürdiger Systemkomponenten in anderen Nationen aus.


Montag, 23. Mai 2016

Museum «Kunst + Wissen» Diessenhofen *** Buchvorstellung "Rotfarb und Zeugdruck" (Das rote Tuch)



Das rote Tuch

Christine Kolitzus-Hanhart / Fritz Franz Vogel

An mehreren Orten der Ostschweiz gibt es gemäss Telefonbuch im Umkreis von 70 Kilometern zu Diessenhofen noch heute Strassennamen, die auf eine Rotfärberei hindeuten: 9213 Hauptwil, 8730 Uznach, 8413 Neftenbach, 9055 Bühler, 8594 Güttingen. Daneben gibt es Orte, die noch keine topografische Erinnerung an diese wichtige Industriezeit errichtet haben, wie Aadorf oder Diessenhofen.


Im letztgenannten Ort gibt es ein kleines, sorgfältig eingerichtetes Museum, in dem Zeugen dieser frühen Druckindustrie versammelt sind: Werkzeuge, Model, bedruckte Stoffe und anderweitige Archivalien. Im Zuge der ehrenamtlichen Erfassung in den letzten Jahren kam ein Packen von über 1200 Zeichnungen zum Vorschein, dessen Herkunft unbekannt ist. Mit Spürsinn und detektivischem Geschick wurde in der Folge die Geschichte der Rotfärberei und des Zeugdrucks in Diessenhofen neu aufgerollt und das damals wichtige lokale Wirtschaften in einem Indizienprozess in unsere Tage verlängert. Globalisierung, so ist an der Recherche zu erkennen, ist kein neues Phänomen…

Wenn wir von Rotfärberei und Zeugdruckerei reden, so sind das grundsätzlich zwei verschiedene Berufsfelder. Nach der Herstellung von (Baumwoll)stoff als Meterware wurde das Tuch unter Verwendung von Krappwurzeln in einem mehrere Wochen dauernden Prozess rot eingefärbt. Die Färber verkauften dann das fertige Tuch an die Drucker, die mit ihren Ätz- und Druckverfahren teilweise die Farbe wieder aus dem Tuch auslösten und die gebleichten Stellen mit andern Farben bedruckten. Dieser veredelte Stoff wurde zu Taschen-, Kopf- und Halstüchern konfektioniert und in alle Welt exportiert.

Die rot färbende Krappwurzel findet im 17. Jahrhundert aus dem vorderen Orient zwischen Griechenland und Türkei, dem damaligen Adrianopel, den Weg nach Südfrankreich. Dort wird das farbintensive Kraut angebaut und in die wasserreicheren, nördlich gelegenen Länder verkauft, um (Türkisch)rotfärbereien zu betreiben. Ein Epizentrum der frühen Textilindustrie etabliert sich in Mülhausen, wo verschiedene Wirtschaftsrouten (Nord<>Süd, Ost<>West) zusammenführen. Innerhalb weniger Jahre wachsen ländliche Dörfer zu Städten, Fabriken werden gebaut, Techniken verfeinert und Exportgebiete erschlossen. 

Die schweizerische Baumwollindustrie und deren vielfältige Handelsbeziehungen (z.B. Sulzer) sind darin mit Geld und Wissen verflochten. Um 1800 sind nicht nur die Rotfärbereien in Mülhausen eine Topadresse, sondern auch andere Färbe- und Druckbetriebe, so vor allem für Tapeten und Dekopapiere (z.B. in Rixheim).

Die Färbung von Textilien ist jedoch nach wie vor schwierig. Es hapert an gleichmässigem Farbauftrag, an der Qualität durchfärbender Pigmente, an geeigneten Motiven und an gleichbleibender Wassermenge für den Färbevorgang. Man sucht Standorte, an denen Ressourcen und handwerkliche Qualität stimmen. In der Schweiz gedeiht die Textilindustrie deshalb bereits früh (Glarnerland, Zürcher Oberland, Winterthur, St.Gallen…). An den heute mehr oder weniger bekannten Adressen der Rotfärberei (Islikon, Aadorf, Arbon und Diessenhofen) gab es dauerhaft Wasser, um dieses Gewerbe im 19. Jahrhundert zu intensivieren und darauf zu fokussieren.

Zwar sind die Geschichte und die Technik der Rotfärberei bezüglich der wirtschaftlichen Aspekte vor allem anhand der Sulzerschen Rotfarb in Aadorf gut aufgearbeitet und publiziert. Keine Forschung wurde jedoch bislang darüber betrieben, welche Motive auf diesen Tüchern verbreitet wurden und woher solcherlei Bildideen stammten, also die Ästhetik der Zeugdruckereien. Die Menge und die formale Bandbreite des vorliegenden Materials sind in Diessenhofen beeindruckend, und vor allem einzigartig. Die relative Geschlossenheit der Stile lässt auf ein paar wenige Bildautoren schliessen.

Auch wenn die Zeichnungen als Gebrauchsgrafik nicht einer bestimmten Person zugeschrieben werden können – bislang konnten keine Verzeichnisse, Unterschriften oder anderweitige Nachweise auf den Entwürfen gefunden werden; in Handwerkerbetrieben werden Werkstücke bis heute ja kaum signiert – so steht der aus dem elsässischen Mülhausen nach Diessenhofen eingewanderte Dessinateur Friedrich Herrmann im Vordergrund. Herrmann, am 12.07.1791 geboren und in Mülhausen vermutlich in einer der Fabriken angelernt und mit dem entsprechenden Wissen gross geworden, ist 1833 in Schaffhausen als Einwohner verzeichnet, nachdem er etwa zwei Jahre zuvor die Direktion der Zeugdruckerei Seiller & Co übernommen hat. 

1835 kauft er in Diessenhofen einen von Heinrich Hanhart gegründeten Färbe- und Druckbetrieb. Als Zeichner und Drucker ist dies sein Metier; er glaubt an eine entsprechende Wertschöpfung, vor allem darum, weil er das Rottuch selber herstellen konnte. Mit gut 40, im Zenith seines handwerklichen Könnens, wird er selbständig, beginnt zu delegieren und wechselt das Lager vom Angestellten zum Arbeitgeber und Fabrikbesitzer. Sein Betrieb rentiert: Bereits 1837 arbeiten 110 Personen an 45 kleineren und mittleren Drucktischen, eine durchaus respektable Produktionsstätte.

Das bisher weder publizierte noch aufgearbeitete Konvolut an Zeichnungen auf krappgefärbtem Papier umfasst also Vorlagen für die Stoffdruckerei. Hunderte von Entwürfen, die zwischen 1810 und 1860 entstanden sein dürften, modulieren Streifen, Ecken, Fassungen und Füllungen. 

Ebenso finden sich komplexe Paisley-Muster, dessen Name auf die schottische Stadt zurückgeht, in der diese typischen Muster, sogenannte Indiennes, im Zuge der britischen Kolonialisierung Indiens produziert wurden. Weitere figurative Zeichnungen dokumentieren den Zeitgeist des Biedermeiers oder verweisen mit bekannten Persönlichkeiten auf bestimmte Absatzmärkte und Exportländer: Was gab es Schöneres, als in ein Tuch zu schnupfen, dessen Zentrum wichtige Persönlichkeiten zierten.

Interessant sind die stilistischen Besonderheiten, denn es ist offensichtlich ein Zusammenhang festzustellen von volkstümlichen Mustern, die um 1810 im Elsass hergestellt und die um 1840 in Diessenhofen gedruckt werden. Es sei dahingestellt, ob Herrmann die Zeichnungen oder wenigstens einen Teil davon aus Mülhausen mitnahm, ob er sie erst hier in Schaffhausen oder Diessenhofen anfertigte oder anfertigen liess oder ob er sie nach der Übernahme der Fabrikation in Diessenhofen allenfalls an seinem Herkunftsort als Altware zur Überarbeitung und (nochmaligen) Verbreitung aufkaufte. Dazu müssten Farb- und Papieranalysen eine Datierung vorgeben.

Eine solche Bestimmung ist insofern interessant um festzustellen, ob der Bildautor sozusagen im Prozess der Musterentwicklung selbst dabei war, also Teil der Findungen ist, oder ob er die elsässischen Muster rezykliert hat. Vieles spricht dafür, dass er zumindest Teil der «ästhetischen Mentalität» war, indem er die Entwicklung der Zeugdruckerei mit seiner Handschrift mitprägte.

Anhand der Zeichnungen lässt sich eine Art Entwicklung ablesen, oder zumindest die Zutaten, was Grundlagen sind und wie sich darauf Könnerschaft und Virtuosität aufbauen. Einfache Formen der Grafik – Punkt, Linie, Kreis, Quadrat, Rechteck, Dreieck, Ellipse – werden wie ein Alphabet geübt. Händische wie instrumentelle Technik wechseln sich dabei ab. Mehr als Bleistift, Lineal, Winkelmass und Zirkel braucht es an sich nicht, um die Grundlagen zu erlernen. 

Die Gebrauchsgrafik zeigt sich auch weiter in der genügsamen Farbverteilung: weiss oder schwarz auf rotem Grund. Keine Experimente, keine Farbstellungen. Wir können dem Zeichner sozusagen bei dessen Gestaltungsprozess zuschauen: beim Entwerfen, Verschieben, Festsetzen und Kombinieren von Elementen und Mustern. Alle Stufen der kreativen Arbeit sind vorhanden. Es ist ein dauerndes Ent- und Verwerfen, von der Skizze mit Fixpunkten bis zur austarierten, arbeitsintensiven Vorzeichnung, die den Eindruck des später zu druckenden Tuches an Intensität vorwegnimmt. 

Mit Leim wurde Papier angesetzt, mit Stecknadeln Transparentpapier fixiert. Mit Pergamin wurden einerseits die Rapporte gefertigt, anderseits die Muster von den gemalten Vorlagen weggenommen und auf Model übertragen, indem die Zeichnung in ein filigranes System mit Metallbolzen umgesetzt wurde. Mit den (Zeichnungs- und Druck)farben Gelb, Weiss und Schwarz wurde ein hoher Kontrast erreicht und neue Raffinessen erkundet.

Wie eingangs erwähnt, gab es an mehreren Orten im Kanton Thurgau Rotfärbereien. Veredelnde Druckereien hingegen waren sicherlich kleiner an der Zahl, da Produktion und Absatz aufgrund veränderlicher Moden heikler waren. Die Kattundruckereien waren vor allem exportorientiert, so nach Fernost, Indien und in die Türkei. Die Thurgauer haben sie also nicht erfunden, die Rotfärberei und Zeugdruckerei, doch dank Perfektion und Qualität konnten sie sich sogar gegen die ausländischen Produktionsorte behaupten.


Buchverweis

Das 276-seitige Buch im Folioformat umfasst über 1000 Zeichnungen und deren Vermassung, einen Forschungsbericht zur vorliegenden Gebrauchsgrafik, eine aus verschiedenen Archiven eruierte Zeitlinie, Abbildungen aus der Geschichte der Rotfärberei und Kattundruckerei in und um Diessenhofen sowie Verweise in Stoffsammelalben aus dem späten 19. Jahrhundert, als die Rotfärberei und Druckereien zu existieren aufgehört hatten. 

Die Buchherausgabe wurde finanziell unterstützt durch die Stadt und die Bürgergemeinde Diessenhofen, sowie die TKB. Der Kanton Thurgau hat einen Druckkostenbeitrag von fünftausend Franken (!) abgelehnt, weil das Buch «nicht im Interesse der kantonalen Geschichtsforschung» sei und nicht den Anforderungen entspreche, «die wir an wissenschaftliche Publikationen stellen.» Bei 400 Arbeitsstunden allein für die Publikation eine wahrlich beschämende Haltung!

Nähere Informationen zum Buch unter ffvogel@mus.ch. Für Führungen im Museum Diessenhofen: Christine Kolitzus-Hanhart 052 657 25 71.


Autoren



Christine Kolitzus-Hanhart (geb. 1941 in Diessenhofen), 1957 Frauenfachschule und Modefachschule in Zürich.
Ab 1962 Arbeit als Dessinateurin von Stoffen und Tapeten in modegrafischen Ateliers in Deutschland,
ab 1997 drei Semester Kunstgeschichte an der Uni Zürich,
1999–2013 Mitarbeiterin in der Afrika-Abteilung am Völkerkundemuseum Zürich
(Inventarisierung, Präsentation),
2012–2014 Recherche und Neugestaltung der Ausstellung zur «Rotfärberei» im Ortsmuseum Diessenhofen. Sie lebt in CH–Diessenhofen.

Fritz Franz Vogel (geb. 1957 in Luzern). Dr. phil. Er arbeitet als Kulturwissenschaftler und Fotohistoriker, Herausgeber und Kurator seit 1992 produktiv, kooperativ und interdisziplinär in den Medien Text, Fotografie und Buch (Gestaltung, Druckvorstufe und Herausgeberschaft). Forschungen, Lehrtätigkeit, Publikationen und Ausstellungen in den Bereichen inszenierte und dokumentarische Fotografie, populäres und freies Theater, Bildwissenschaft, Exponatik, Alphabete, Körperbilder und Erotica. Er lebt in CH–Diessenhofen.



Diessenhofen sieht Rot, wunderbar rot!

Hanna Zielmann

650 Stunden unentgeltlicher Arbeit haben die Textilkennerin Christine Kolitzus-Hanhart und der Kunsthistoriker Fritz Franz Vogel in ihr Buchprojekt über die Rotfärbe und Zeugdruckerei in Diessenhofen gesteckt. Ihr bibliophiles Ergebnis ist ein Farbrausch in Rottönen.

An der Buchvernissage vom letzten Freitag vor 60 Gästen legten die beiden Autoren in einem stimmigen Abend aus fröhlicher Wissenschaft und kriminellem Spürsinn dar, wie es zu diesem Buch kam: Dass Kolitzus bei der Neueinrichtung des Museums weit über 1000 verdreckte Zeichnungen fand, wie sich dank Archivalien in Frauenfeld, Diessenhofen, Arbon und Schaffhausen herauskristallisierte, dass ein gewisser Friedrich Herrmann (1791–1855) aus Mülhausen, der als Dessinateur in Schaffhausen seinen Direktionsposten in einem Färbebetrieb aufgab, 1835 einen Betrieb in Diessenhofen übernahm. 

Dank seines textilgrafischen Könnens beschäftigte der Fabrikbesitzer 1837 bereits über 100 Färber und Drucker, denn er wusste: Mit dem veredelten Zeugdruck liess sich weit mehr Rendite erwirtschaften statt mit blosser Färberei mit der Krappwurzel. Und er exportierte weit in den Orient, weil seine Textilwaren besser waren als die seiner Konkurrenz. Als er 1855 verstarb und sein Betrieb an Sohn und Schwiegersohn weitergereicht wurde und unter dem Namen «Gebr. Deutsch» 1867 an der Weltausstellung in Paris ausstellte, dort eine Medaille für exklusiv bedruckten Stoff holte, war das Gewerbe auf dem Höhepunkt.

Doch dann kam die Konkurrenz. Synthetische Farben, mechanische Fortschritte und veränderter Modegeschmack liessen den Absatz in den Keller rasseln. 1884 wird die Fabrik stillgelegt, nach einer langen Generation 1947 endgültig liquidiert, die Liegenschaft an die Stadt Diessenhofen verkauft. In Erinnerung an vergangene Industrietage wird 1961 im renovierten Gebäude eine Ausstellung zur Rotfärberei und Zeugdruckerei eingerichtet mit Fokus auf das alte Handwerk. Doch erst Kolitzus/Vogel untersuchen die Handschrift der verdreckten Zeichnungen und stellen den Wert der als Stopfmaterial gebrauchten Stoffreste sicher, denn sie enthalten die Copyright-Verweise der Produzenten. Im 272-seitigen, informativen Schaubuch sind über 800 Handzeichnungen abgebildet, von der einfachen Linie bis zum komplexen Eckmotiv für Muchoirs und Foulards. 

Man erkennt, welche Einflüsse – Stadt, Klassik, Biedermeier etc. – die Handschrift des Zeichners prägten, welche Techniken er anwandte, um blühende Blumenwiesen, mäandrierende Girlanden oder reinfarbige Palmetten und Paisleys zu entwerfen, Bordüren und Interieurs zu kombinieren, die dann von Modelstechern und Druckern präzis und in leuchtenden Farben umzusetzen waren. Der Zeichner hatte keine Arbeit gescheut, Hochleistung und Präzision für den Weltexport zu investieren: Da sah jemand vor allem Rot. Kolitzus/Vogel haben den Schatz gehoben und eine wunderbare Publikation gemacht, allen Umständen zum Trotz, denn der Kanton Thurgau verweigerte einen Druckkostenzuschuss mit der Begründung, dass eine solche wissenschaftliche Aufarbeitung «nicht im Interesse der kantonalen Geschichtsschreibung» sei!

Was im Buch ein Augenschmaus, was in der Ausstellung eine Exklusivität (die Textildesignerin Andrea Buck entwarf aufgrund der alten Muster neue Designs für ihre aktuelle Stoffmusterkollektion, die demnächst da und dort auf den Laufstegen der Mode zu sehen sein wird), so war die Buchvernissage selbst eine kleine Sensation. Denn Kolitzus/Vogel präsentierten nicht nur die Geschichte der Rotfärberei und des Zeugdrucks, sondern auch dessen Nachwehen und Projektionen. Sie zeigten auf, wie ein blühendes Geschäft wegen fehlender Innovation in den Konkurs geriet und wie in der Bevölkerung das Bedürfnis nach Erinnerung wuchs und wie die Musealisierung vorangetrieben wurde, wie aber auch alten Formen neues Leben eingehaucht werden kann.

Das Sensationellste bewahrten sich die beiden jedoch zum Dessert auf. Als die Thurgauer Firmen, so auch die Greutersche Rotfarb und Kattundruckerei in Islikon, bankrott gingen, hat ein gewiefter Heinrich Fügli 1892 zumindest zwei Stoffsammelalben zusammengestellt, um die Textilien der Nachwelt zu erhalten. 

Ein solches Album liegt seit Jahrzehnten in Islikon. Ein zweites tauchte nach einer bislang unbekannten, hundertjährigen Irrfahrt – 1895 ist es noch im Gewerbemuseum in Zürich verzeichnet – in einem Antiquariat in Hamburg auf, fand den Weg nach Fribourg und wurde dort von den Autoren aufgestöbert. Leider hat es die Gemeinnützige Gesellschaft Diessenhofen im letzten Dezember verpasst, die einmalige Chance zu packen und dieses Album, in dem auch Zeichnungsvorlagen aus dem Museum zur Musterherstellung dienten, zum Vorzugspreis zu kaufen und als Leihgabe dem Ortsmuseum in Diessenhofen zur permanenten Besichtigung zu stellen. 

Doch das Versagen wiegt nicht allzu schwer: Das historische Museum Frauenfeld hat auf Empfehlung der beiden Autoren das Sammelalbum in einer beherzten Aktion gekauft. So lagen für die Buchvernissage beide Exemplare, 124 Jahre nach deren Entstehung, auf einem goldigen Katafalk lieblich nebeneinander zum ästhetischen Vergleich vereint, bevor beide wieder in ihren musealen Depots verschwinden.

Auch das bibliophile Werk von Kolitzus/Vogel dürfte bald entrücken, denn ihre bis auf den heutigen Tag aktualisierte Recherche wurde nur in einer Kleinauflage hergestellt und ist wohl bald vergriffen…

Die Ausstellung samt Einblick in die beiden Stoffsammelalben ist bis ca. Mitte Mai auf Anfrage hin zugänglich (ffvogel@mus.ch, 044 780 07 51).



Samstag, 7. Mai 2016

Im Literaten-Café *** Die letzte Bitte - Augen zu und durch, oder?



Die letzte Bitte


Augen zu und durch, oder?


Das macht gierigen, egoistischen und auf fragwürdigen Genuss bedachten Menschen ja nichts aus, wenn eine Kuh-Mama und ihr Kind um Gnade betteln. Hart und unbarmherzig geht es um Gewinn oder „Genuss“. Es ist traurige Realität was da tagtäglich, stündlich, gerade auch in diesem Moment passiert. Und so was möchte selbst ins Paradies, sich den Himmel verdienen?? Welche Schizophrenie und welcher Schwachsinn!



Diese Geschichte ist tatsächlich geschehen.
Der einzige Unterschied zwischen Fiktion und Realität ist die Sichtweise, 
aus der sie erzählt wird.


Die letzte Bitte

 

Draußen ist es noch dunkel, als mich der Bauer herausführt. Es ist nicht das erste Mal, dass einige von uns um diese Zeit geholt werden.


Im Stall entsteht eine große Unruhe, denn diejenigen, die fortkamen, kehrten niemals zurück.
Der Bauer treibt mich mit einem Stock an, weil ich eine kleine Rampe hinauf soll. Ich tue es widerwillig. Ich möchte nicht fort und mein Leib ist schwer mit meinem Kleinen unter dem Herzen. Drei andere Kühe folgen mir in diesen Kasten. Wir werden mit Stricken festgebunden und dann höre ich einen lauten Schlag. Ich erschrecke. Der Lichtschein aus dem Stall ist verschwunden.


Ein letztes Mal dringen die Stimme des Bauern und die Rufe meiner Schwestern zu mir.
Es sind Rufe der Trauer.
Auch ich werde sie vermissen.


Plötzlich höre ich merkwürdige Geräusche und der Boden beginnt zu wackeln. Mein Kleines bewegt sich. Es ist erschrocken, ich kann es fühlen. Wenn der Mond einmal leer und wieder voll geworden ist, wird es in diese Welt kommen.


Wir haben Angst. Wir prallen aneinander, weil dieser Kasten ständig hin- und herschaukelt. Es gibt ein paar kleine Öffnungen, und als es zu dämmern beginnt, blicke ich hinaus. Ich sehe Felder und Wiesen, spüre den Luftzug an meinen Nüstern und höre den Gesang der Vögel. Doch bald verändert sich alles und ich sehe nur noch Häuser.



Wohin werden wir gebracht?

Kommen wir in einen anderen Stall? Ich hoffe es, denn ich bin müde und möchte mich hinlegen. Ich mache mir Sorgen um mein Kleines. Die Aufregung tut ihm nicht gut.


Vier Mal war ich schon Mutter. Doch jedes Mal wurde mir mein Kind nach ein paar Stunden entrissen. Und immer war ich wochenlang verzweifelt. Ich hoffe, dass es dieses eine Mal anders sein wird und mein Kleines bei mir bleibt.


Plötzlich bewegt sich der Kasten nicht mehr. Draußen ist es bereits heller Tag und ich blicke durch die Öffnung, um zu sehen, wo wir sind. Im selben Augenblick rieche und fühle ich etwas.
Es ist etwas Furchtbares.
Ein alles durchdringendes Grauen.
Und Blut.
Es ist von meinesgleichen.
In mir breitet sich Angst aus. Was hat das zu bedeuten?
Es dauert nicht lange und dann öffnet sich unser Kasten. Zwei Männer kommen hinein und binden uns los. Immer wieder sausen ihre Stöcke auf uns hinab. Ich wehre mich nicht, denn ich hoffe, dass ich mich bald hinlegen kann.
Ich folge den anderen und den Schlägen der Männer und auf einmal sehe ich viele von uns.
Ich gehe durch geöffnete Eisenstangen und höre ein klackendes Geräusch.

.

Plötzlich weiß ich es: Ich komme nicht in einen anderen Stall, in dem ich mein Kleines zur Welt bringen kann.
Ich werde keine Felder mehr sehen oder das kühle Gras fühlen.
Ich werde nie wieder Sonnenstrahlen auf meinem Fell spüren und den Mond nicht mehr anblicken, wenn er dick und rund am Himmel hängt.
Und es wird keinen Sommer mehr geben – für mich. Diese Zeit im Jahr, in der ich nicht angebunden im Stall stand.
Ich stoße einen lauten Ruf aus.
Wenn ich sterbe, wird auch mein Kleines sterben.
Das darf nicht sein.
Es hat diese Welt noch nicht gesehen. All die Wunder des Lebens. Den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang. Die unzähligen Sterne am Himmel. Das Rauschen des Regens und das dumpfe Grollen der Gewitter, die ihm vorausgehen. Das Gezwitscher der Vögel und das Plätschern der Flüsse. Die bunten Bäume im Herbst und die Eiszapfen an der Stalltüre, wenn der Winter ins Land gezogen ist.
Es muss leben.
Verzweifelt bleibe ich stehen.
Ich bin die Letzte in einer langen Reihe.
Wohin werden wir geführt? Ich schaue mich um, aber ich sehe nur die anderen vor mir und neben mir, durch eine Eisenstange getrennt.


Ich blicke in die Augen eines Bruders.
Er spürt das Gleiche.
Das Grauen.
Die Männer sind grob. Immer wieder gehen sie durch die Reihen und treiben die anderen an. Aber niemand von uns will weitergehen in diese furchterfüllte Ungewissheit. Trotzdem bewegen sich alle zögerlich vorwärts. Ich höre klagende Rufe. Ein Mann hält etwas in den Händen – es ist kein Stock*. Aber wenn er jemanden von uns damit berührt, geht es ein Stück voran.

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Mein Kleines wird immer unruhiger. Es bewegt sich ständig. Ich versuche es zu besänftigen, während ich verzweifelt nach einem Ausweg suche. Vielleicht gibt es eine andere Öffnung, an den Eisenstangen entlang. Ich gehe langsam vorwärts, aber meine Hoffnung versiegt.
Es gibt keinen Ausweg.
Das kann nicht sein.
Mein Kleines muss leben.
Ich bleibe stehen und dann lege ich mich hin.
Ich bin so müde.
Aber ich beginne zu rufen.
Die Männer werden mich verstehen.
Sie werden meinen Leib sehen und wissen, dass dort neues Leben wächst.
Sie werden uns nichts tun.
Jetzt kommt einer der Männer zu mir. Er hält etwas in der Hand, das wie ein Stock* aussieht.
Ich blicke ihn an, aber er scheint durch mich hindurchzusehen.
Bitte, lass uns leben.


Der Mann berührt mich mit diesem Gegenstand in seiner Hand und plötzlich fährt ein Schmerz durch meinen Körper. Ich brülle auf und mein Kleines strampelt verzweifelt.
Es kommt noch ein Mann mit einem Stock. Er schlägt mir auf den Kopf.



Bitte, lass uns leben.



Ich stehe nicht auf.
Ich will, dass mein Kleines leben kann. 


Es darf nicht sterben.

Die Männer müssen das doch verstehen?
Wieder berührt mich etwas und erneut spüre ich diesen Schmerz in jeder Faser meines Körpers.
Ich rufe immer mehr, so laut ich kann.

Bitte, lasst uns leben.


Jetzt spüre ich auch Schmerzen in meinem Leib, weil das Kleine so um sich schlägt. Es hat große Angst. Ich will es beruhigen, aber ich kann nicht.
Ich fürchte mich doch genauso.
Wieder versuche ich einen der Männer anzublicken und stoße einen verzweifelten Ruf aus.
Er schlägt mit seinem Stock auf mich ein.
Jetzt kommt ein dritter Mann.
Er sieht mich an.
Er schlägt oder berührt mich nicht.
Ich sehe, wie sein Blick über meinen Körper gleitet.
Er hat es gesehen. Das Leben in mir.
Bitte, lass uns leben.


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An seinem Blick erkenne ich, dass er meine Bitte nicht erfüllen wird.
Er geht fort.
Die Männer haben aufgehört, mir wehzutun.
Ein Luftzug streift mein Fell und ich hebe den Kopf.
Ich sehe ein Stück Himmel mit ein paar tanzenden Wolken.
Dann blicke ich den Mann an, der zurückgekehrt ist und einen großen Gegenstand in seinen Händen hält.
Ich weiß, dass es keine Hoffnung mehr gibt.
Ich habe es in seinen Augen gesehen.
Ich senke den Kopf und denke an mein Kleines.
Ich möchte es beschützen.
Noch einmal blicke ich in die Augen des Mannes.
Nimm mein Leben, aber bitte, lass mein Kleines leben.



Dies ist eine wahre Geschichte, die sich tagtäglich überall auf der Welt in dieser oder einer ähnlichen Form wiederholt. Es sind fühlende Individuen, werdende Mütter, die dieses Martyrium erleiden müssen, genauso wie das ungeborene Leben in ihrem Leib.


Allein in Deutschland sterben jährlich ca. 180.000 ungeborene Kälber. Sie müssen den Tod ihrer Mutter miterleben und ersticken anschließend qualvoll. Bis zu einer halben Stunde kann dieses Ersticken dauern. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Die meisten Bauern lassen ihre Kühe nicht untersuchen, bevor sie zur Schlachtung geschickt werden. Oftmals sind die Bauern keinesfalls unwissend, denn auch hochträchtige Kühe kommen zum Schlachthof.


Für hochträchtige Kühe (ab dem dritten Trimester) gilt eigentlich seit letztem Jahr ein Transportverbot. Es gibt leider Bauern, die es missachten (eine Kuh wird nach Gewicht bezahlt) und sobald das Tier auf dem Gelände des jeweiligen Schlachthofes ankommt, gilt das Seuchenschutzgesetz, d. h., das Tier kann nicht zurückgeschickt werden. Die Schlachtung trächtiger Kühe ist eines der finstersten Kapitel der Milchindustrie.

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Selbst wenn ich noch alles Mögliche an menschlicher Interpretation oder Ausdrucksform in dieser Geschichte streichen würde – es bleibt die Realität: Ein Lebewesen in Todesangst um sein eigenes Leben und das seines Kleinen.

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„Ich bin Leben inmitten von Leben, das leben will.“ Dieser Satz von Albert Schweizer passt auch zu dieser Tragödie, die das Wesen Mensch dem Wesen Tier antut.


N.B. * „Er hält etwas in der Hand, das wie ein Stock aussieht.“ – Gemeint ist hier der sogenannte „Elektrotreiber“.


Zur Info:
www.welt.de/politik/deutschlan…
Bitte unterstützen Sie den Aufruf:
www.peta.de/schlachtung-schwan…


Bitte: Verzichten Sie auf den Konsum von Fleisch und Milchprodukten. Die Milchindustrie fördert die Fleischindustrie, da eine Kuh kalben muss, um Milch zu geben. Dadurch entsteht eine „Überproduktion“ an Kalbfleisch. Es ist Muttermilch – für das Kälbchen der Kuh bestimmt, welches sie in herkömmlichen Betrieben nicht einmal einen Tag lang behalten darf.


Stellen Sie sich vor, man würde einer menschlichen Mutter so etwas antun und ihre Milch einer anderen Art geben. Verrückt?
Verrückt ist das, was der Mensch den Tieren antut.

Copyright (c) Daniela Böhm
www.danielaböhm.com
Copyright Bilder (c) Daniela Böhm

Die letzte Bitte

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Gruß Hubert



Montag, 11. April 2016

Im Literaten-Café *** How cool is that? (oder Panama hat gesprochen)



How cool is that? (oder Panama hat gesprochen)

How is how? Diese Redensart war in den vergangenen Jahrzehnten eine unverfängliche Frage um Persönlichkeiten der Öffentlichkeit zu erkennen. Was, Persönlichkeiten der Öffentlichkeit? Dies sind Menschen die große Aktivitäten öffentlich ausführen und dadurch bei vielen uns unbekannten Menschen in lebendiger Erinnerung sind.

Schauspieler zum Beispiel, wie der smarte und allseits beliebte Jackie Chan, eine ausunzähligen Filmen bekannte Ulknudel die immer wieder in seinen Filmen den Beschützer der Armen und Geächteten spielt. Oder etwa der britische Premierminister David Cameron, oder der irische Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson – oder etwa die Deutschen Banken die vermutlich bis zur letzten Provinzklitsche mitgeholfen haben um in Panama neue Briefkästen zu installieren.




Wir sind nicht nur mit einem weltweiten Skandal einer uns noch unbekannten Couleur konfrontiert. Wir erkennen die Substanz des Menschen. Wenn dieser Mensch in die Öffentlichkeit hinein wächst und zu einer zentralen Öffentlichkeitsfigur wird. Wie zum Beispiel ein Premierminister oder ein Weltklasseschauspieler oder ein Bankmanager. 

Wir erkennen wie diese Menschen ihr wahres „Ich“ mit Tricks und Verschleierungsmethodik vor der Öffentlichkeit verstecken. Wir begreifen dass dieser Jackie Chan seine Rollen immer nur gespielt hatte - und das dieser in der Öffentlichkeit als smarte Person bekannte Jackie lediglich ein korrupter professioneller Lügner ist. Ich bezweifle inzwischen ob ich meine Haut mit einem Händedruck mit diesem Jackie malträtieren würde – es könnte etwas hängen bleiben.

Wir erkennen dass die Eidschwüre von zwei englischsprachigen Premierministern reine Lüge und Trickkonstrukte dem Fußvolk der Wähler gegenüber waren und sind. Wir wissen aber auch das dieser Fußballgott Ulli Höhnes im Knast saß aber seine Berater und Fädenzieher nie ins Licht der Öffentlichkeit kommen werden, seine Banker und Steuerberater.  Ich erinnere mich an den ersten großen und gewaltigen Psychologen der Neuzeit, den Herrn Jesus Christus. Wie dieser den Tempel reinigte:

„……weil das Osterfest der Juden nahe bevorstand, zog Jesus nach Jerusalem hinauf. Er fand dort im Tempel die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler sitzen. Da flocht er sich eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle samt ihren Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, verschüttete den Wechslern das Geld und stieß ihre Tische um und rief den Taubenhändlern zu: ‚Schafft das weg von hier! Macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhause…….“

In diesem Sinne hat die Süddeutsche Zeitung mit der Veröffentlichung von 2 Tbite umfassendem Datensatz der Panamapapiere die Rolle des vor zwei Jahrtausenden verstorbenen Psychologen Jesus Christus weiter geführt und mit Leben erfüllt, ebenso wie Wikileaksgründer  Julian Assange. Und wir verstehen auch wieso diese Leaksveröffentlicher dann weltweit gejagt werden wie räudige Hunde. Sie werden fast ausschließlich von denen gejagt die namentlich in den Wikileakspapieren oder in den Panamapapieren verzeichnet sind.

How cool ist that?


Sollte es etwa tatsächlich inzwischen so sein das diese moderne Welt zu einem riesigen korrupten Kaufladen verkommen ist? Demokratie sei nur ein Trickmäntelchen zum unerkannten und imaginären Verschieben von allgemeinem Volkseigentum das einzelne sich widerrechtlich angeeignet und gestohlen haben? 

Und dies alles soll unerkannt und von öffentlich rechtlichen Institutionen geschützt werden – und ein kleiner Kaufhausdiebe soll hinter Gittern gebracht werden – sozusagen als Ersatz-Kriegsschauplatz für die kriminellen Aktivitäten der Macher der Briefkastenfirmen in Panama, als Stellvertreterkrieg der weltweite agierenden Justiz also? In diesem Sinne wünsche ich eine vergnügliche Lektüre der Episoden dieses Jesus im Neuen Testament – oder beim Studium der Panamapiere auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung.

Montag, 28. März 2016

Hubert von Wenzl *** HIOB und der stumme Gott



HIOB und der stumme Gott

Theologen drehen und winden sich, wenn sie nicht weiter wissen. Dann werden sie schwammig, nebulös in ihrer Sprache und verlieren sich im Ungewissen. So auch, wenn es um das Leid in der Welt geht. Dann kommt auch gerne der Spruch, dass Gottes Wege unergründlich sind..

Der Kläger Hiob tut im Alten Testament, wovor heutige Theologen und Exegeten stets zurückschrecken: Er beschuldigt Gott selbst, Ursache des ungerechten und unschuldigen Leidens zu sein und darüber ebenso schweigen wie über die Folgen. Das Wort über die Zustände Gottes und der Menschen bleiben unversöhnt; gerade die lieber Gott macht diese Welt nicht mehr heil.

“Nackt übernachten sie, der Kleidung bar; selbst in der Kälte fehlt ihnen die Decke. Vom Regenguß der Berge triefen sie und schmiegen sich ohne Schutz an die Felsen. Man raubt das Feld der Waisen und nimmt als Pfand von Armen selbst den Mantel. Halbtote rufen aus der Stadt empor, die Seele der Misshandelten schreit auf. Doch Gott bleibt stumm auf ihre Klage”(Hiob 24,7-12).

Alles Leid der Menschen, der Tiere und Pflanzen, das wirklich zu beseitigen ist (weil es von Menschen, Christen, Kirchen verantwortet wird), muss von den Menschen selbst angegangen werden. Unsereins sollte das Bessere nicht vom Tod und dem angeblichen Leben nach diesem erwarten, sondern von sich selbst. 

Dies war der Antike noch bewusst: Ihre Menschen fürchteten den Tod weit weniger als die Menschen des christlichen Abendlandes – weil sie lebten, während den Christen das Leben mit seinen Sinnen aberzogen wurde. Da der Wandel des Christenmenschen im Himmel sein sollte (Phi. 3,20), blieb für die Erde wenig über. Irdisches Leid ist für viele Christen weithin unerheblich; sie sehen nicht recht ein, weshalb sie sich im Jammertal engagieren sollen.

“Daran erkennen wir geschwind, / wie jämmerlich sie selber sind.”

Lebendige Menschen sollten nicht den Tod aus der Welt schaffen wollen, sondern die Übel, die aufzuheben sind, die Leiden, die in der Faulheit, Gleichgültigkeit, Unwissenheit, der Menschen ihren Grund haben. Sie sind die Schrecklichsten.

Aus “Sex und Folter in der Kirche – 2000 Jahre Folter im Namen Gottes” von Horst Herrmann, S. 146.
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Gruß Hubert

Dienstag, 5. Januar 2016

Hinein ins Jahr 2016

Hinein ins Jahr 2016

Hallo, liebe Besucherin und lieber Besucher, liebe Freundin und lieber Freund dieser meiner und unserer Seite.

Nun ist ja in der Tat eine geraume Zeit ins Land gegangen und in dieser Zeit habe ich meine und unsere Worte zurückgehalten. Wie ihr es wisst, wenn ihr langjährige Besucher seid und Freunde, handelt es sich hier bei mir um einen gechannelten Text und Worte und so ist es mir in der Tat schwer gefallen, erst einmal öffentlich zu schweigen.

Über viele Jahre habe ich auch politische Worte über mein Medium hier verbreitet und ich glaube, dass, wenn du einmal zurückblätterst, erkennen kannst, dass meine Worte zutreffend waren, aber die große Politik entwickelt sich halt immer weiter und so ist sie jetzt an einem Punkt angekommen, der äußerst gefährlich ist und wo meine Weisheit dir selbst, liebe Freundin und lieber Freund, nicht hilft.

Die politische Lage Europas und der Welt hat sich immer mehr verschlechtert und immer mehr Menschen, also Bürger, leiden darunter. Sie leiden darunter, weil einige politische Parteien und Regierungscliquen die Freiheit der Bürger beschneiden wollen, um ihre eigenen politischen Ziele den Bürgern aufzuzwingen. So ist es schon immer in der über 2000 jährigen Weltgeschichte geschehen und leider ist es nun schon wieder so.

So wird Europa weiter ächzen wie ein angesägter Stuhl, der jederzeit zusammenbrechen kann und der Nahe Osten kann jederzeit in eine Weltkatastrophe führen.

So gerätst auch du, liebe Freundin und lieber Freund, schnell in das Räderwerk der verschiedenen Meinungen und so glaube ich, dass ich mich nun mehr darauf konzentrieren sollte, die Liebe stärker als Argument des Lebens unter die Menschen zu bringen.

Nun möchte ich dir, liebe Freundin und lieber Freund, liebe Besucherin und lieber Besucher, erst einmal ein gutes, starkes und gesegnetes Jahr 2016 wünschen. Es soll ein Jahr für dich sein, dass dich selbst in die Ruhe bringt, stärker in die Liebe zu dir selbst, wie auch zu anderen, wo du dich selbst besser annehmen kannst und dich selbst achtest, wie deine Mitbürger.

So ist es gut, wenn du in der heutigen Zeit mit Optimismus für dich selbst und deine Familie nach vorne schaust, wo du plötzlich fühlst, dass der Weg in die Weisheit auch der deine ist, wo du als Vorbild in deiner Familie wirken kannst und wo dein Rat gefragt ist.

So suche dir das Positive auch des verworrenen politischen Geschehens heraus, bilde dir ein weises Urteil, bemühe dich um eine gerechte Betrachtungsweise, auch im Rahmen deiner Familie und deiner Freunde.

So möchte ich dich durch dieses Jahr in Liebe begleiten und dir Kraft, Mut und Vertrauen senden.

In Liebe Geraldine.


16 01 446  16 J.



Mittwoch, 23. Dezember 2015

Kapverd's Tagebuch *** Vom 12.12.2015 und weiter



Tagebuch vom 12.12.2015 und danach:

Kapitel 1 „Spectre“


Sie sahen den Film? Nein? Dann wird es Zeit dazu! Aktuell gibt es nichts Gleichwertiges an Infomaterial. Wieso lesen Sie hier. Es geht um die Evolution.

Sie sollten aber die vorherigen James Bond Filme zumindest auch gesehen haben. Es ergeben sich sehr interessante Infobereiche. Der neue Film baut auf den gesamten Bond-Filmen auf.

Wenn Sie ins Kino kommen – und der Film läuft an – und die Handlungen beginnen – sie werden bis zum Schluss leicht gelangweilt bleiben. Sie werden nach dem Ende im Dunklen draußen zweifeln ob es sich gelohnt hatte den Abend hierfür zu investieren - und zu einem leichten nein neigen.

So war es bei mir – bis später die Gedankenwelle anzubranden begann. Dieser letzte 007-Film ist aufgebaut auf der Chronologie der vorherigen Filme. Obwohl dies alles teilwiese leeres und langweiliges Geschwafel der Angelsachsen ist und nur einen Marketing-Gack befriedigt. Die eine Seite dieses Filmes heißt: „Nonsens auf Englisch“.




Die andere Seite dieses Filmes ist eine fraktale Chronologie der Menschwerdung. Es ist äußerst ungewöhnlich das eine Spielfilmsequenz überhaupt ein solche sensibles Thema der Evolution aufgreift und zudem noch gekonnt aufgreift! Der Griff der 007-Reihe in die Geschichtskiste der Evolution lässt letztlich die meisten Evolutionsforscher blass und deprimiert hinter sich zurück.

Es ist die Geschichte dieses Spielfilmhelden 007 die sich faszinierend durch diesen Film und die vorherigen Filme zieht. Der Held wird als Vollwaise in eine Familien eingeschleust in der dieser spätere 007 einem Originalmitglied (seinem Bruder) dieser Familie die Show stiehlt. Hierzu müssen sie aufmerksam Spectre schauen, ich kann‘s nicht ändern.

Dieser Bruder nimmt daher als die ihm noch offene Alternativrolle die „familiäre Oppositionsrolle“ wird ein. 007 wird der spätere Gegenspieler seins Bruders als der Retter der Betrogenen und der Retter der Systeme. Im letzten Film Spectre wird diese Geschichte zum Leitfaden aller 007-Filme „geklont“. Und ich gebe zu – dieses ist relativ geschickt gelungen.

Die Analogie zur Evolution? Nur ein fraktales Spielchen - das aber schnell begreifbar wird. 007 ist das „Kuckucksei in der Adoptivfamilie und sticht seinen natürlich hier hineinwachsenden Bruder komplett aus oder auf – und schickt diesen auf die böse Alternativlaufbahn ins Dunkel der Rechtlosigkeit. 

Fraktal finden wir hier die Analogie Kleinhirn (als archaische Befehlseinheit des Organismus Mensch und die relativ neue Befehlseinheit Großhirnrinde) zum Großhirn. Spectre ist eine nette unterhaltsame Unterrichtsstunde in Evolutionsgeschichte und deren konkrete Randepisoden.


Kapitel 2 „die Klimageschichte“


Außer den Flüchtlingsströmen interessiert sich fast niemand für das Klima. Eigentlich sollte es heißen nach den Flüchtlingen ist das Interesse der Massen auf das Klima gerichtet. So wäre es wenn allgemein den Medien geglaubt würde. Vermutlich ist es aber nicht so. Das Klima haben wir doch sowieso jeden Tag also an sich ist das nichts Neues was da kürzlich in Paris verhandelt wurde. Das Ergebnis ist natürlich toll – es wurde beschlossen die Welttemperatur nicht steigen zu lassen. 

Wir wissen jedoch alle das niemanden in Wahrheit interessiert und zuletzt die Chinesen und die Inder. Absolut ein no go. Natürlich nehmen die Drittländer die Tantiemen für die Umwelt und holzen weiter fröhlich die Regenwälder ab. So ist der Mensch gestrickt bis zum letzten Atemzug wird noch am eigenen Sarg geschnitzt und die Hoffnung stirbt zuletzt.




Sie glauben ich könnte noch ernsthaft über die Klimageschichte schreiben? Nein es gelingt mir nicht mehr. Ich find’s nur noch wenig amüsant wie Hochschulabgänger die noch nie gearbeitet haben beschließen können das Weltklima ernsthaft beeinflussen zu können. Eine Lachnummer ohnegleichen. Aber jeder von uns darf glauben was er will. So war es schon immer mit der Religion. Was dem einen seine Klimaberechnung ist - ist dem anderen sein Testament och nein ich meinte sein Altes und Neues Testament.

Die chinesische Wirtschaft kocht jetzt mit ca. 6-8% jährlicher Multiplikationsrate hoch. Die Inder würden es ebenso machen wenn ihre Infrastruktur es hergeben würde. Ebenso die Russen – und alle baltischen Staaten ob in der EU oder aus der EU, egal. Aber sie waren alle in Paris dabei. Die Mähr von der Pariser Geschichte ist die das dort nur gelogen und betrogen wurde bzw. noch wird. Die Verbrauchsrate der fossilen Brennstoffe wird sich natürlich nicht senken lassen. Alle wissen es.

Warum auch? Allgemein wird ein Wissenskodex vorausgesetzt der jegliche evolutionäre Intelligenz des Planten, auf dem wir jetzt seit 3 Milliarden durch das Universum reisen, verneint. Als ob dieser Planet sich um die Vorhersagen von Microsofts Verrenkungen auch nur eine Nanosekunde scheren würde.

Eines sei noch gesagt vor dem Schluss. Es sei unverständlich warum „der Mensch“ sich so verhalte wie er es tut. „Man“ sagt ihm nach er würde evolutionären Selbstmord begehen – wenn er so weiter mache und keine Elektroautos kaufen würde. Deutschland will die elektrischen Dinger (die dann natürlich auch mit Atomstrom fahren müssen) subventionieren. 

Wir werden also dann die Atomkraftwerke subventionieren, nochmals die Windenergieanlagen und last not letzt natürlich die Teutsche Autoindustrie in ganz besonderem Maße – die heute kund tat sie habe gesteigertes Interesse an Subventionen. Ich solle mal an Merkel schreiben ich hätte Interesse an Subventionen – vermutlich bekäme ich die kommenden Jahrtausende keinerlei Antwort darauf. Anders natürlich bei der Teutschen Autoindustrie. Ich schweife ab vom Thema.

Eigentlich wollte ich mit einem ultrahellen Scheinwerfer jedem klar machen was aktuell Sache wäre. Also mal ganz vorsichtig angedeutet – wenn die Tundra und die Antarktis nicht auftauen kommen wir auch nicht an die dort gelagerten fossilen Energien ran und ebenfalls nicht an die übrigen Bodenschätze. Ist das jetzt genügend Erklärung für die rasanten Temperaturanstiege des wirklichen Klimamodelles? Hä? Sie meinen es höre sich witzig n, ist es aber nicht – es ist die brutale Wirklichkeit.


Kapitel 3 „das finstere Tal“


Ich werde mich wohl nicht entscheiden können welcher Film mir aktuell mehr zusagt und welchen ich nochmals mehrere Male schauen möchte – „Spectre“ oder „das finstere Tal“. Für den „Heiligabend „ würde ich „Das Finstere Tal“ reservieren, und für Neujahr „Spectre“.

Das Finstere Tal hat mich total in die Schlucht meines Selbst nach unten in ungeahnte Tiefen regelrecht katapultiert – und ich bin hart und schmerzvoll aufgeschlagen, auf dem Boden der finsteren Schlucht meiner Seele.

Der Film ist knochenhart, seien Sie vorsichtig mit dem Genuss dieses Streifens! Beschreibt er doch die Realität des Christentums – und die ist grauenhaft erniedrigend. Vielleicht streife ich das Thema nochmals nach Weihnachten – um mich klarer auszudrücken.


Nur eins möchte ich noch hinzutun: Von der Großmutter seitens meiner Frau drangen bereits vor 30 Jahren ähnliche Wahrheitsberichte aus der näheren Umgebung des Wohnortes deren Ahnen als mündliche Überlieferungen zu meinen wachsamen Ohr. Der Film „Das finstere Tal“ greift einen Teil der Wahrheit des Christentums in Nordeuropa auf – das ist bitter wie Arsengift.